Gehaltsverhandlung in der Zeit von Corona.

Gehaltsverhandlung in der Zeit von Corona.

Ist die derzeitige Coronavirus-Pandemie die richtige Zeit für eine Forderung nach mehr Gehalt? Sollte jetzt in einer der größten Wirtschaftskrisen eine Gehaltsverhandlung geführt werden? Und: Wie hoch sind die Chancen überhaupt, in der derzeitigen Situation mehr Geld zu bekommen?

Dreist, unangebracht, nicht der richtige Zeitpunkt – dies ist die Meinung vieler. Entscheidend ist nicht die Wirtschaftskrise, sondern der Mensch an sich. Wie gut geht es dem aktuellen Unternehmen und was leiste ich als Person. Wie austauschbar ist die aktuelle Position gerade beziehungsweise wie wurde bisher mit Personen bezüglich Gehaltsverhandlungen umgegangen. Immerhin gibt es auch einige Unternehmen, welche die Abwanderung und den Verlust von Wissen bewusst in Kauf nehmen und Produkte von geringerer Qualität liefern.

Dies geht kurzfristig, lässt aber Prozesse oftmals schnell überlaufen. Einsparungen in der Qualitätskontrolle werden zum Beispiel anschließend einen hohen Anstieg im Beschwerdemanagement verursachen und die Reputationsverluste sind wieder nur über Marketing wegzumachen. Wie du siehst, du kannst meist genug Argumente liefern, dass das Gegenteil dem Unternehmen teurer zu stehen kommt – allerdings bleib unbedingt realistisch.

Vor allem durch Corona gibt es eine Schere. Die einen Unternehmen fahren Rekordgewinne ein, während die anderen hart getroffen wird. Dasselbe gilt auch für die Arbeitspositionen. Manche sind gefragter denn je, während andere derzeit weniger benötigt werden.

Wichtig sind nachfolgende Punkte:

• Was ist meine persönliche Leistung für das Unternehmen, welches es ohne mich nicht gegeben hätte. Wie gut ist die Performance.
• Wo habe ich den Verantwortlichkeitsbereich vergrößert? Wo kenne ich mich aus? Welche Systeme betreue ich? Wo bin ich überall involviert? Welche Projekte gibt es derzeit?
• Wie geht es dem Arbeitgeber finanziell? In welchem Sektor befindet sich das Unternehmen? Gibt es in diesem Sektor oder im Unternehmen überhaupt eine Krise? Wie gut ist die aktuelle Zeit? Wann war die letzte Gehaltsverhandlung?

Gehalt ist nicht immer alles!

Neben dem Gehalt lassen sich auch noch weiter Forderungen stellen wie Arbeitsgeräte, Home-Office, Bildung, Budgets sowie Verantwortlichkeiten. Oftmals sind zumindest 2 Tage Homeoffice drin, und dies bringt neben der Suche nach einem Parkplatz, den Fahrtkosten und der gewonnen Zeit auch wieder ein etwas besserer Gehalt – in Form von Freizeit.

Zeichne über das gesamte Jahr Leistung und Erfolge auf und schreibe ein Logbuch. Dadurch kannst du Extraleistungen gut hervorheben. Erfolge sollten stets von dir dokumentiert werden – dies ist auch für dich psychologisch ratsam. Sollte es dir einmal schlecht gehen und dich die Arbeit reizen, dann lies einfach nach, was du schon alles geschafft hast. Zudem stärkt dich all dies in den Gehaltsverhandlungen.

Mit Ablehnung richtig umgehen:

Enttäuschung oder Unverständnis zur Entscheidung kann geäußert werden, allerdings sollte es sich nicht persönlich genommen werden. Nach jeder Gehaltsverhandlung gibt es eine neue – entweder in diesem Unternehmen oder einem anderen. Sollte das Gefühlt nach zu wenig Gehalt definitiv bestehen bleiben und keine Gründe oder Vorteile aus der Position sich ergeben, dann sollte über einen Wechsel nachgedacht werden.

Zu guter Letzt:

Corona dürfte nicht als Argument für persönliche Leistungen "missbraucht" werden. Die Arbeit wird auch während Corona erledigt und die Leistungen ebenso erbracht – unabhängig von der Wirtschaft. Es zählt also lediglich die persönliche Leistung und der Wert für das Unternehmen.

 

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